Qindie - Forum

Normale Version: Verlag ablehnen?
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Gerade erst habe ich ein Angebot von einem (seriösen) Kleinverlag für eines meiner Bücher bekommen, das ich aber abgelehnt habe, da ich es doch lieber selbst verlege. Ein Fehler? Was meint ihr?
Eine Gewissensfrage, die jeder für sich selbst beantworten muss. Es käme für mich darauf an, was der Verlag dem Selbstverlegen voraus hat - z.B. kommen Bücher in den stationären Buchhandel?
Das kommt immer darauf an, wie du dich als Autor siehst.
Vom monetären Aspekt her würde ich sagen, dass man mit seiner Stammleserschaft als SP besser fährt als in einem Kleinverlag. Zudem ist man unabhängig, man hat keine Wartezeit und ist Herr der Lage.
Trotzdem versuche ich, zweigleisig zu fahren. Mal einen Verlag, mal als SP. Die Manuskripte, die ich nicht verkaufen kann, werde ich selbst veröffentlichen, drei andere sind bei drei Verlagen, auch wenn ich bei einem MS doch sehr am überlegen war, ob ich es nicht selbst mache.

Es wirft vielleicht ein seltsames Licht auf mich als SPler, aber ich finde, zwei, drei Verlagsnamen in seiner Autoren-Vita zu haben, ist durchaus nicht zu verachten.
So, wie Qindie ein Güte-Zeichen im SP-Bereich ist, hat ein Verlagsname bei vielen Lesern immer noch eine gewisse Zugkraft. Ich als Anfänger brauche diese "Bestätigung" noch, solange ich noch keine Stammleserschaft aufgebaut habe.

Wenn du mit deinen Werken soweit zufrieden bist und die Leser dir folgen, ist eine Absage aber doch eigentlich kein Problem.

Brunhilde
Danke ihr beiden.

Tja, genau das war es, was mich etwas gewurmt hat: Der Verlag wollte mein Buch (erst einmal) als E-Book herausbringen. Als E-Book verlege ich aber schon länger selber, dafür brauche ich keinen Verlag.
Außerdem haben die sich nach Manuskripteinreichung (das sie selbst angefordert haben) erst nach fast acht Monaten gemeldet. Das ist ein Zeitraum, in dem ich schon gar nicht mehr daran denke, dass überhaupt noch eine Antwort kommt. Wenn ich keine Resonanz mehr erwarte, kümmere ich mich eben selber darum. Insgesamt ist es also ziemlich unglücklich gelaufen. Vor zwei bis drei Monaten hätte ich noch zugesagt, aber jetzt ...

Sicherlich wäre ein Verlag in dem Punkt von Vorteil, dass man eine "Organisation" hinter sich hat, was einem einen seriöseren Anstrich verleiht, als wenn man "nur" Selfpublisher ist. Außerdem steht man dann auch mit der Werbung nicht allein auf weiter Flur. Ich bestreite also nicht, dass man durchaus Vorteile davon haben könnte. Vielleicht werde ich das beim nächsten Roman einfach mal versuchen. Der Verlag hat mir nämlich weiterhin Interesse signalisiert.

Mal sehen.
Kommt auf den Verlag an. Wenn es ein bekannter Verlag ist, der Stammleserschaft hat und schon einige Zeit besteht, würd ich das an deiner Stelle sofort machen. Nicht mit allem, vielleicht ein Buch pro Jahr. Wie Brunhilde sagt, es macht sich gut in der Vita. Außerdem bekommst du so vielleicht einige Leser, die deine Bücher sonst nicht gekauft hätten, dann aber noch mehr Romane von dir lesen wollen und auch die selbstverlegten kaufen.

Glg Mira
Divina, rechne nicht damit, dass ein Kleinverlag viel durch Werbung ausrichten kann. Das Lektorat und die Verfügbarkeit in allen Shops sind die eigentlichen Vorteile eines Kleinverlages und natürlich die etwas persönlichere Zusammenarbeit.
Acht Monate sind doch im Zeitrahmen :-) Ich habe mal nach eineinhalb Jahren eine Absage erhalten.

Brunhilde
Eine sehr schwierige Entscheidung.
Wie schon gesagt: eine Verlagsveröffentlichung sieht für den Autor einfach besser aus. Wenn man allerdings jahrelang auf die VÖ warten muss, der Verlag viel Einsatz vom Autor in Form von Lesungen o.ä. verlangt / erwartet und selbst verhältnismäßig wenig Werbung betreibt, verlegt man lieber selbst. Vor allem, wenn es um eine reine E-Book-Veröffentlichung geht.
Pauschal kann man Deine Frage wohl nicht beantworten. Es kommt darauf an, wieviel Engagement der Verlag voraussichtlich an den Tag legen wird, wie der Vertrag aussieht, ob Du die Printrechte behältst etc. Kleinverlag ist nicht gleich Kleinverlag, auch bei den seriösen gibt es ja bedeutende und weniger bekannte ... Eigentlich kann man hier nur die Münze werfen und hoffen, dass sie auf der richtigen Seite landet ...
Ich bewundere Deine Entscheidung jedenfalls, Divina.
Zitat:Ich bewundere Deine Entscheidung jedenfalls, Divina.

Na ja, dass ich mir nicht ganz sicher bin, richtig gehandelt zu haben, das sieht man ja an der Frage hier.
Wenn es aber nur um die Verfügbarkeit in allen Shops angeht - die Plattform, über die ich meine E-Books veröffentliche, bringt die Bücher schon in die wichtigsten (und unwichtigsten) Shops, das ist also eher weniger das Problem. Einzig das Printbuch wäre schöner, wenn es auch in anderen Shops verfügbar wäre, aber auch hier bin ich schon froh, dass das mit Amazon ganz gut klappt.
Was das Lektorat angeht, das ist natürlich ein großer Vorteil, aber auch hier könnte es sich lohnen, auch mal ein paar Euro locker zu machen, um es selber an eine Lektorin zu geben.

Ich werde meinen nächsten Roman (so er denn endlich fertig wird) mal an den Verlag schicken und dann sehen, was genau sie mir anbieten. Wenn mir der Vertrag nicht zusagt, lasse ich das sowieso bleiben. Ich muss von meinen verkauften Büchern nicht leben und fühle mich auch ohne Verlag recht wohl. So etwas wäre für mich eher das Tüpfelchen auf dem i, einfach weil viele Leser einen mit einem Verlag im Hintergrund ernster nehmen - aber für mein Ego brauche ich es nicht.

@ Brunhilde

Ich habe auch schon Verlage gehabt, die einfach gar nicht reagiert haben. Von daher sind mir acht Monate echt zu lang, da ich dann schon gar nicht mehr mit einer Antwort rechne. In der Zeit habe ich das Ganze auch selber so auf Vordermann gebracht, dass ich es selber veröffentlichen kann.

Werbung? Vergiss es.
Heutzutage erwarten selbst die "Großverlage", dass die AutorInnen selber die Werbung für ihre Bücher übernehmen, soweit sie keine teuer eingekauften Bestseller-Autoren sind.

Wenn es dir darum geht, dass unter einem Buchtitel ein Verlagsname steht, kannst du auch einen Selbstverlag gründen. Der Name eines der tausend Kleinverlage beeindruckt die LeserInnen auch nicht mehr.

Ein gutes Lektorat kann ein Gewinn für dich sein, der den Verlust bei den Tantiemen aufwiegt. Da würde ich an deienr Stelle erstmal von denen verlegte AutorInnen fragen, welche Erfahrungen sie mit dem Lektorat gemacht haben.

Genau da liegt für mich auch der Hase im Pfeffer.
Ich hätte durchaus Interesse an einem "richtig professionellen Verlagslektorat", habe aber mehr und mehr den Eindruck, daß das gar nicht stattfindet.
Vor allem nicht in Kleinverlagen.
Ich hatte das "Vergnügen" einer Kleinverlagsveröffentlichung, die mir da sehr, sehr die Augen geöffnet hat.
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